Chronik

Die Geschichte der Pfarrei St. Pius beginnt bereits mit der Gründung des "Kirchenbauvereins Papierer-Viertel" im April 1957. Initiator der Gründung war Geistl. Rat Josef Karl, damals Stadtpfarrer von St. Nikola, verst. am 14.6.1962. St. Nikola ist also die Mutterpfarrei unserer heutigen Pfarrei St. Pius. St. Nikola selbst ist bereits seit 1666 eigene Pfarrei, vorher gehörte unser Gebiet zur Pfarrei Ergolding; die Kirche St. Nikola ist 1276 erstmals erwähnt, wohl wegen eines Leprosenhauses St. Bartholomäus, das vor der Stadt erbaut war. Aber nicht nur unsere Pfarrei wurde von der Pfarrei St. Nikola abgetrennt, die 1860 nur rund 500 Seelen zählte, sondern bereits im Jahr 1928 entstand im Siedlungsgebiet nördlich der der Bahnlinie die Pfarrei St. Wolfgang und im Jahr 1952 im östlichen Pfarrgebiet die Pfarrei St. Konrad. Trotzdem stieg bis zum Jahr 1962 die Zahl der Gläubigen wieder auf ca. 10.000 an.

Da als Kirchenraum nur Alt-St. Nikola zur Verfügung stand, bestanden Pläne zur Erweiterung der Pfarrkirche, die aber damals noch nicht verwirklicht werden konnten (erst 1965-1967 wurde Neu St. Nikola erbaut). Die Raumnot war so groß, dass zur Stadtmission 1957, bei der in acht Tagen 4425 Gläubige gezählt werden konnten, der Leiderersaal angemietet werden musste. Daher suchten viele Gläubige aus dem Papierer-Viertel zum Kirchenbesuch die Innenstadt, also St. Martin auf - was übrigens auch heute noch der Fall ist-. Dies hat sogar H.H. Frischeisen, von 1914 - 1940 Stadtpfarrer von St. Nikola, dazu bewogen, sich einmal am Sonntagvormittag auf die Luitpoldbrücke zu stellen und die Gläubigen zu bitten, doch zum Kirchenbesuch nach St. Nikola zu kommen.

In einem Schreiben der Pfarrei St. Nikola an die Stadt Landshut vom 23.9.1958 heißt es wörtlich: "um das religiöse Niemandsland an Rennweg, Schwaigerstraße, Querstraße und Klötzlmüllerstraße einer geordneten Betreuung zuzuführen". Weiter heißt es darin: "Deshalb hat der Erzbischof von Regensburg den Unterzeichneten beauftragt sofort mit den Vorarbeiten für einen Kirchenbau zu beginnen, um mit dem Ausbau der Klötzlmüllerstraße und Luitpoldstraße, ebenso wie der Erstellung des neuen Krankenhauses Schritt halten zu können".

Nachdem Versuche gescheitert waren, von privater Hand entsprechende Grundstücke zu erwerben, trat die Pfarrei St. Nikola an die Stadt heran, um das Grundstück zu bekommen, auf dem sich heute auch tatsächlich unsere Kirche mit Sakristei, das Pfarrhaus und dem freistehenden Turm befinden. Zwar waren auch hier die Verhandlungen sehr schwierig, außerdem wurden von Seiten der Stadt gegen diesen Standort Bedenken angemeldet wegen der Lärmbelästigung durch die Sportstätten und wegen des Glockengeläuts, das die Schwerkranken im neuen Städt. Krankenhaus stören könnte, aber von kirchlicher Seite bestand man auf diesem Bauplatz. Von kleineren Schwierigkeiten abgesehen gilt heute noch das Wort, das bei der Grundsteinlegung Domkapitular Kuffner sagte: "In die Zukunft gesehen, ist dies d e r Platz, auf den die Kirche gehört".

Im Mai 1960 lag das Ergebnis eines auf drei Landshuter Architekten (Foerstl, Hofbauer und Nadler) beschränkten Wettbewerbs vor: Modelle einer Kirche, die den Namen des 1954 heiliggesprochenen Papstes Pius X. erhalten sollte. Der Entwurf des Architekten Hans Hofbauer wurde von den zuständigen Stellen (Ordinariat, Baubehörde, Stadtpfarramt und Kirchenpfleger St. Nikola usw.) gutgeheißen und dann auch etwas verändert ausgeführt. (Näheres bei der Baubeschreibung).

Den ersten Spatenstich vollzog am 24. Juli 1961 der damalige Pfarrherr von St. Nikola, zugleich Bauherr der neuen Kirche für die noch zu bildende kath. Pfarrei St. Pius im Westen der Stadt, Geistl. Rat Karl selbst. In Anwesenheit einiger hundert Gläubiger und den Vertretern von Staat, Stadt (OB Lang) und Kirche wurde an der Stelle des heutigen Altares ein symbolischer Spatenstich vorgenommen und dann ein Kreuz errichtet.
In seiner Ansprache richtete damals H.H. Stadtpfarrer Geistl. Rat Karl folgende Worte an die Anwesenden:
"Jahrelange Überlegung und Vorbereitung waren notwendig, bis dieser von so vielen ersehnte Augenblick kommen konnte. Fast alle Behörden in Landshut, das Bischöfl. Ordinariat in Regensburg und zwei Ministerien in München mussten hier mitsprechen, und nicht wenige Schwierigkeiten waren zu beheben, andere warten noch auf ihre Lösung. Erst in anderthalb Jahren dürfen die Gläubigen das Tedeum singen, wen der neue Pfarrer in seine Kirche einzieht, zu der ihm der Dekan vorher die Schlüssel überreichen wird. Erst dann", sagte der Pfarrherr von St. Nikola, "bin ich der Verantwortung für die Seelen und für den Neubau enthoben, die auf meinen Schultern lastet".
Nach der Bitte an den Allmächtigen, dem Bau gnädig seinen Segen zu geben, betonte der Priester, dass hier eine Stätte errichtet wird, an der durch Jahrhunderte Gottes Name gepriesen werden soll, eine Stätte, an der der Erlöser Tag für Tag sein Kreuzesopfer erneuern will, an frohen Festen und an bitteren Leidenstagen. Ein Berg Tabor soll die Stätte werden, aber auch ein Kalvarienberg, ein Golgatha. Darum ragt schon jetzt, ehe eine Gerüststange und eine Leiter aufgestellt worden ist, das Kreuz hier empor.
Beginn und Wachsen des Bauwerkes sollen von Gebet begleitet und von persönlicher Opferbereitschaft gefördert sein. Etwa 1,5 Mill. Mark wird es kosten. Da darf sich jeder Gläubige in der künftigen Pfarrei fragen: Was habe ich bisher dafür geleistet? Es soll ja meine Kirche werden! Opferbereit soll nach Kräften gegeben werde, um auch teilzuhaben an dem Segensstrom, der bald von dieser Stätte ausgehen wird. Eine Stätte der Liebe und Treue zur Kirche soll entstehen. Der verstorbene Erzbischof der Diözese Regensburg hat für diesen letzten Großbau den hl. Papst Pius X. als Kirchenpatron gewählt, den Papst der Liebe und des Frieden, den Papst der täglichen hl. Kommunion."

Am 8. Oktober 1961 nahm der bischöfl. Finanzdirektor Domkapitular Kuffner, die Grundsteinlegung vor. Die Pergamenturkunde, die in einer Kupferkapsel in den Grundstein eingemauert wurde, hat folgenden Wortlaut: "Im Jahre des Herrn 1961, im dritten Jahre der Regierung des Papstes Johannes XIII., im Jahre der Vorbereitung des Zweiten Vatikanischen Konzils, im Jahre da Erzbischof Buchberger starb, hat, vom Regensburger bischöflichen Stuhl beauftragt, der H.H. Domkapitular Augustin Kuffner am 8. Oktober den Grundstein dieser Papst Pius X. geweihten Kirche gesegnet und in Anwesenheit der unterschriebenen Zeugen in die Mauer eingefügt." Die Urkunde ist außer von Domkapitular Kuffner und Stadtpfarrer G.R. Karl von den Mitgliedern der Kirchenverwaltung unterschrieben. Geistl. Rat Karl, für die Dauer der Feier vom Krankenlager "beurlaubt", hielt eine kurze Ansprache an die Pfarrkinder. Er fügte seinen drei Hammerschlägen den Segenswunsch hinzu: "Freude allen, die eintreten, Friede allen, die hier beten; Segen, wenn sie weiterziehen". Der Segenswunsch des damaligen H.H. Dekan Wagner von Eugenbach lautete: "Alles erneuern in Christus". Dies war der Wahlspruch des Kirchenpatrons, des hl. Papstes Pius X.

Am 10. August 1962 wurde dann das Richtfest begangen. Unter den Ehrengästen befand sich auch der künftige erste Pfarrherr von St. Pius, H.H. Ludwig Maier, damals noch Katechet in Cham. Eingeleitet wurde die Feierlichkeit mit einer Gedenkminute für den am 14. Juni verstorbenen Vater dieses Kirchenbaues, H.H. Geistl. Rat Karl. In den Ansprachen wurde von Seiten der Stadt daran erinnert, dass den vier Schulneubauten in Landshut ebenso viele Kirchenneubauten gegenüberstehen. Der Bau von St. Pius, der die Dominante im westlichen Wohn- und Siedlungsgebiet sein wird, gebe Anlaß zu besonderer Freude. Die Planung verdiene Anerkennung. Zur Ehre Gottes und zum Segen der Gemeinde entstehe an der Klötzlmüllerstraße ein schönes Gotteshaus.

Bereits am 1 September 1962 richtete sich H.H. Ludwig Maier in seinem neuen Seelsorgebereich ein. In Aufsicht und Förderung des Baues der Piuskirche löste er Kooperator Anton Pöschl von St. Nikola ab. Aus Regensburg traf das Schreiben des bischöfl. Ordinariats ein, dass St. Pius ab 1. Januar 1963 eine selbständige Pfarrei ist; Größe und Grenzen, Anzahl der Seelen und Kirchenverwaltung in der neuen Pfarrei standen fest. Am vierten Adventsonntag (23.12.1962) wurde das Gotteshaus benefiziert; es war wiederum Domkapitular Kuffner, der diese heilige Handlung vollzog. Tags darauf wurde die erste Christmette gefeiert.

Die bisherigen Ausführungen wurden den Artikeln der Landshuter Zeitung und der Isar-Post über die damaligen Ereignisse entnommen.

Diese Chronik der Pfarrei St. Pius dürfte eigentlich erst jetzt beginnen, nämlich am 1.1.1963, dem Tag der offiziellen Gründung der Pfarrei. Hier beginnen auch die regelmäßigen Sitzungen der Kirchenverwaltung, aus deren Protokollen der Verfasser den Verlauf der bisher abgelaufenen 25 Jahre nachzuzeichnen versucht hat.

Die Kirchenverwaltung, dem Verwaltungsorgan der Pfarrei, mit dem jeweiligen Stadtpfarrer an der Spitze, gehörten damals die Herren Adolf Hänsele, Alois Leider (+19.2.1964), Franz Fischl (+27.5.1976), Kaspar Goderbauer (+17.3.1983), Seb. Aufleger (+28.4.1988) und Albin Schneider an. Als "zweiter Mann" neben dem H.H. Pfarrer handelt dabei der Kirchenpfleger in Vertretung der Kirchenverwaltung. Zum ersten Kirchenpfleger der Pfarrei St. Pius wurde gleich in der 1. Sitzung Herr Adolf Hänsele gewählt, der heute als ständiger Diakon der Pfarrei dient.

Daß dem H.H. Stadtpfarrer Maier damals nicht nur die schwere Bürde der seelsorglichen Betreuung einer neuen Gemeinde und der im Wachsen begriffenen Pfarrgemeinde oblag, sondern er sich auch mit vielen kleinen und großen Sorgen wirtschaftlicher, finanzieller, verwaltungsmäßiger, organisatorischer und kaufmännischer Art herumplagen musste, darüber geben die Protokolle der in den Anfangsjahren monatlichen Sitzungen der Kirchenverwaltung beredte Auskunft.

Schon auf der ersten Sitzung am 4.1.1963 stand dabei das Thema "Kindergartenbau" auf der Tagesordnung, ein "Dauerbrenner" für die folgenden Jahre, wenn man bedenkt, dass der Kindergarten St. Pius dann tatsächlich im Juni 1972 eröffnet werden konnte. Geplant war dieser Kindergarten übrigens zusammen mit Räumen für ein Pfarrheim gegenüber der Kirche, an der Stelle, an der sich heute tatsächlich unser Pfarrheim befindet.

Auch so drängende Probleme, wie die Besetzung der Stellen des Chorregenten, des Mesners und einer Bürokraft, standen auf dem Programm. Erster Chorregent und Organist war H. Naprstek, den Mesnerdienst versahen Herr Stöger und Herr Nutz und Schw. Elisabeth, die Pfarrschwester von St. Nikola war auch im Büro von St. Pius tätig.

Aber die Kirche selbst war ja zu Beginn des Jahres 1963 ebenfalls noch nicht fertiggestellt. So fehlten zu diesem Zeitpunkt noch der Fußbodenbelag, die Bestuhlung, die Innenausgestaltung, wie z.B. der Kreuzweg, die Kommunionbank, die Figuren des Hl. Pius und des Christus über dem Taufbecken und die Beichtstühle. Als Orgel war nur ein Provisorium vorhanden.

Außerhalb stand weder ein Turm, noch waren Grünanlagen oder der Vorplatz gestaltet, ja selbst die Klötzlmüllerstraße war noch nicht in der heutigen Form ausgebaut. Was allerdings in reichem Maße vorhanden war, das waren Schulden aus dem Kirchenbau, die natürlich auch von der Mutterpfarrei St. Nikola auf die Tochterpfarrei St. Pius übergegangen waren.
Wenn man heute liest, dass 100.000 DM Schulden vorhanden waren, die mit einem Zinssatz von 5 ¾ % verzinst und jährlich in Höhe von 5.000 DM getilgt werden mussten, so kann man diese Zahlen nur richtig einschätzen, wenn man weiß, dass der Haushalt des ersten Jahres mit Einnahmen von 16.350 DM und Ausgaben von 37.065 DM abgeschlossen werden musste, wobei die Zinslast allein 7.500 DM betragen hatte, an eine Tilgung war sowieso nicht zu denken. Die Unterdeckung wurde, wie auch in den folgenden Jahren, von der bischöflichen Finanzkammer ausgeglichen.
Es gab neben der vielen Arbeit aber auch Grund zum Feiern, so die Ernennung von H.H. Ludwig Maier zum Stadtpfarrer von St. Pius und die feierliche Installation am 10.2.1963. In der Landshuter Zeitung vom 13. Februar war dazu folgendes zu lesen: "Dekan Geistl. Rat Otto Schweiger von St. Wolfgang vollzog die Installations-Zeremonien. Er überreichte dem neuen Stadtpfarrer Ludwig Maier die Insignien: Kirchenschlüssel, Tabernakel-Schlüssel, Stolen, Evangelienbuch und Messbuch. Dabei ging er auf die Bedeutung und hohe Verantwortung des Priesters ein und seine Aufgaben im Priester-, Lehr- und Hirtenamt. Anschließend zelebrierte Stadtpfarrer Maier ein levitiertes Hochamt, das der Kirchenchor von St. Nikola unter der Leitung von Chorregent Gerhard Naprstek in würdiger Form musikalisch umrahmte. GR Schweiger war Presbyter-Assistent. Es levitierten Prof. Geigenberger und Stud.Rat Riebesecker. Dem Hochamt folgte ein Gedenken für alle Verstorbenen und Gefallenen des Pfarrgebiets. Ganz besonders gedachte Geistl. Rat Schweiger des verstorbenen Geistl. Rats Josef Karl von St. Nikola, der sich als Erbauer des neuen Gotteshauses ein bleibendes Denkmal gesetzt hat, sowie des verstorbenen Erzbischofs Dr. Michael Buchberger, der den Bau von St. Pius entscheidend gefördert hat."

Da der Kirchturm bereits im Bau war, musste man sich auch um die Anschaffung von Glocken bemühen, die bei einem Gewicht von 5200 kg etwa 50000 DM für Material, Guß, Läutwerk und Montage kosten sollten und damit den Schuldenstand nochmals vergrößerten. Dafür sparte man (aus heutiger Sicht ist man versucht zu sagen leider) bei der Ausstattung, wo man nur konnte. So war z.B. vorne rechts im Altarraum eigentlich ein Glasfenster des Landshuter Künstlers Hugo Högner geplant. Da der freistehende Turm, im Vergleich zum Kirchenbau selbst, sehr hohe Kosten verursachte, musste man mit einem einfachen Glasfenster einer Landshuter Glaserei vorlieb nehmen.
Nicht verzichten wollte man allerdings auf eine figürliche Darstellung des Kirchenpratrons, des Hl. Pius X. auch nicht auf eine Reliquie dieses Hl. Papstes.

Daß damals auch ein Kirchgeld von drei DM pro Person eingeführt worden ist, darf nicht verwundern, da für die Glocken wiederum ein Darlehen in Höhe von 50.000 DM aufgenommen werden musste und der Turmbau nur unter schwierigsten finanziellen Verhältnissen durchgeführt werden konnte. Um so erfreulicher war sicher, dass die Turmuhr mit ihren Kosten von DM 8.700 von der Stadt Landshut bezahlt wurde (wohl weil auch Nichtkatholiken hier die Zeit ablesen können?). Leider musste eine Erhöhung der Kosten um 3.000 DM dann doch von der Pfarrgemeinde getragen werden. Für die Kreuzwegstationen, übrigens Schöpfungen der Landshuter Künstlerin Marlene Reidel, fanden sich dankenswerterweise hochherzige Spenderinnen und Spender.

Am 3. Mai 1964 konnte die junge Pfarrgemeinde von St. Pius die Einweihung ihres neuen Gotteshauses feiern. H.H. Weihbischof Hiltl nahm die Konsekration im Auftrag von H.H. Bischof Graber vor. Festlich mit Girlanden und Fahnen hatte man das Gotteshaus geschmückt, das der Bischof in feierlicher Prozession umschritt und weihte. Auch in der Kirche wurden dann die Weihezeremonien vorgenommen. Besonders eindrucksvoll gestaltete sich die Übertragung und Beisetzung der Reliquie des hl. Papstes Pius X. und zweier Märtyrer. Diese Reliquien wurden in einer Kupferkapsel in den Altar eingemauert. Die Apostelkreuze, der Altartisch und das Portal wurden mit Chrisam gesalbt. Mit dem "Deo gratias" der Gemeinde fanden die Riten der Konsekration ihren Abschluß. Einen weiteren Höhepunkt bildete dann die Feier der Hl. Eucharistie, deren Texte von Bischof und dem Volk gemeinsam gesprochen wurden. In seiner anschließenden Ansprache sprach der Weihbischof allen Dank aus, die am Bau der Kirche beteiligt waren. "Wir wollen denen danken, die ihr künstlerisches Schaffen, ich technisches Können und ihre Arbeitskraft in den Dienst dieses Werkes stellten". Auch Stadtpfarrer Maier dankte in seiner Ansprache allen, die mitgeholfen haben, die Kirche zu bauen. "Dank auch allen, die durch großzügige Spenden die Finanzierung des Kirchenbaues erleichtern halfen". Stadtpfarrer Maier gab anschließend seiner Hoffnung Ausdruck, dass alle, die in dieser Kirche in Leid nach Gott rufen, die Wohltat seines Trostes finden.
Zur ersten Fronleichnamsprozession im Jahr 1964 mußte die Pfarrgemeinde noch auf Glockengeläut verzichte, der Auftrag zum Guß von fünf Glocken mit rund 6000 kg Metall im Wert von allein 31.000 DM war erst am 3.3.1964 erteilt worden. Gegossen wurden die Glocken am 24.7.1964 bei der Firma Perner in Passau in Anwesenheit von Mitgliedern der Pfarrgemeinde. Am 12.9.1964 wurden die Glocken dann von H.H. Abt Emmeram Gilg, Weltenburg geweiht und bis 15.9.1964 im Turm montiert.
Zur Weihe hatte man die fünf Glocken auf der Wiese vor dem Pfarrhaus aufgestellt und festlich geschmückt. Zu ihrer Weihe wurden die Glocken mit Chrisam gesalbt. In seiner Ansprache sagte der Abt, dass jede Glocke immer nur an das eine erinnere: Gott zu dienen. H.H. Stadtpfarrer Maier dankte anschließend allen, die dazu beigetragen hätten, die Glocken zu kaufen, wenn sie auch fast schon Eigentum der Pfarrei seien, so müsste er doch wieder zum Betteln kommen, da es aller Wunsch sei, die Glocken so bald als möglich zu bezahlen.
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Daß die neugebaute Kirche immer wieder Sorgen bereitete, zeigen die vielen Protokollnotizen über Baumängel, z.B. das undichte Dach, vor allem wenn im Winter die Abflüsse der Dachentwässerung einfroren (und heute noch einfrieren).

Man machte sich bereits damals Gedanken über eine Ergänzung des Kirchenraumes durch eine Werktags- bzw. Winterkirche, um nicht den großen Kirchenraum für die geringere Anzahl der Kirchenbesucher heizen zu müssen. Die Gedanken gingen einmal in Richtung eines Anbaues nach Osten (zum Parkplatz hin), ein anderes mal nach Süden (Richtung Hammerbach).

Aber auch der Turm mußte an der Spitze einen würdigen Abschluß erhalten. Diese erste Turmspitze wurde im Jahr 1966 das Opfer eines Sturmes. Der Schaden wurde durch Aufsetzen des vergoldeten Kreuzes behoben, das heute noch den Turm krönt.

Zum Jahresende 1964 hatte man einen Künstler für die Figur des Hl. Pius X. gefunden, nämlich den Künstler Hans Wurmer aus Hausen bei Kelheim. Dieser wurde beauftragt, entsprechende Vorschläge zu unterbreiten - auch für die Darstellung der Hl. Dreifaltigkeit über dem Taufbecken.
Bei Neuwahlen zur Kirchenverwaltung am 6.12.1964 (70 Stimmen) wurden wieder- bzw. neugewählt die Herren Adolf Hänsele, Kaspar Goderbauer, Albin Schneider, Wilhelm Lutter, Dr. Konrad Willi und Albert Zech. Herr Hänsele wurde wieder zum Kirchenpfleger gewählt. Chorregent bzw. Organist war bis 1969 der Student Bernhard Meier.
Auch das Jahr 1965 war geprägt von vieler Arbeit und Sorge in der Pfarrei St. Pius. So mußte der Plan, den Kindergarten und das Pfarrheim gemeinsam gegenüber der Kirche zu errichten, aufgegeben werden, da dafür der vorhandene Platz nicht ausgereicht hätte. Außerdem war ein so großes Objekt nicht zu finanzieren. Während der Kindergartenbau weiterhin vorangetrieben werden sollte, dachte man damals schon ökumenisch und nahm die Gastfreundschaft der evangelischen Pfarrei Christuskirche in deren Gemeindehaus am Gutenbergweg in Anspruch.
Der Auftrag für eine Figur des Hl. Pius X. nahm Gestalt an, während über dem Taufbecken nunmehr ein Christus als Sieger am Kreuz bestellt wurde. Am 2.8.1965 konnten Figur bzw. Form beim Künstler besichtigt werden.

Der Alltag der Kirchenverwaltung war aber geprägt von Restarbeiten des Kirchenbaues wie Aufstellung von Fahrradständern, Teerung des Kirchenvorplatzes, gärtnerische Gestaltung um die Kirche und wiederum die Beseitigung von Baumängeln und Schäden am Dach.
Dabei tauchte auch einmal der Gedanke auf, das Pfarrheim zwischen Turm und Kirche zu bauen. Tatsächlich realisieren ließ sich aber nur der Plan für das Pfarrheim auf dem heutigen Platz, allerdings in etwas kleinerer Form als damals geplant. Im Jahr 1965 standen aber die veranschlagten Baukosten von 500.000 DM für ein Pfarrheim mit Wohnungen für Mesner und Kaplan dem Bau entgegen, vor allem da von Seiten der Diözese keinerlei Zuschüsse bereitstanden. Allerdings wurde die Kirchenverwaltung von Regensburg beauftragt, wenigstens den Grundstückserwerb voranzutreiben.

Das Dauerthema für das Jahr 1966 war der Einbau einer größeren Orgel. Eine Anschaffung in der Größenordnung von 80.000 - 120.000 DM und das bei einem Haushaltsvolumen 1965 von 20.000 DM Einnahmen und 29.000 DM Ausgaben. Die hohen Kosten waren auch der Grund, dass die Anschaffung der neuen Orgel doch wieder zurückgestellt werden mußte und erst im Jahr 1968 die Pläne dafür wieder aufgegriffen wurden.
Auch die Pläne zum Kauf des Grundstücks gegenüber der Kirche für ein Pfarrheim, konnten mangels Zuschüssen nicht weiter betrieben werden. Langsam kristallisierte sich aber eine Lösung für den Bau des Kindergartens heraus, der nun hinter dem Bahndamm am heutigen Standort gebaut werden sollte. Die Volksmission, die für 1967 geplant war, warf schon ihre Schatten voraus, dafür wurde nämlich ein Beichtstuhl bestellt, für 3.000 DM
Im wichtigen Amt des Mesners trat anfangs 1967 ein Wechsel ein, da Herr Stöger verabschiedet wurde und nach einer kurzen Übergangslösung dann Herr Selwitschka als nebenamtlicher Mesner seinen Dienst antrat, den er bis u seiner Ausbildung zum ständigen Diakon im Jahr 1978 versah. Frau Obermeier war als Aushilfsmesner daneben noch tätig.
Am 50. Geburtstag ihres Pfarrherrn durfte die ganze Pfarrgemeinde mitfeiern, denn aus diesem Anlaß feierte man am 10. Juli 1967 einen Pfarrfamilienabend im vollbesetzten Saal des Gasthauses "Gabelsberger Hof". In der Landshuter Zeitung konnte man damals lesen:
"P. Peregrin OFM, der als "halberter Kaplan", die Gäste willkommen hieß, meinte, dass die Pfarrgemeinschaft nicht vor den Kirchentoren aufhören dürfe. Feste feiern sei eine Kunst, und dass er sich selbst darauf sehr wohl versteht, bewies er mit einigen selbstverfassten Gstanzln, die trefflich zu dem Abend passten und so auch allgemein gefielen. Zur musikalischen Gestaltung trugen der Kirchenchor mit Chorleiter Herold und die von Hans Herrmann geleitete Kapelle des Franziskanerseminars sehr erfolgreich bei und der Humor war nicht minder gut bei der Kolpingfamilie St. Nikola aufgehoben, die mit dem Sketch "Der Firmling" von Karl Valentin viel Heiterkeit und dementsprechend Applaus für sich buchen konnte."
Auf seine Wünsche angesprochen, sagte der Jubilar, dass er sich eine größere Orgel, einen Kindergarten, eine Schule und vor allem ein Pfarrheim wünsche. Aus der heutigen Rückschau kann nun festgestellt werden, dass für die Pfarrgemeinde die Wünsche über kurz oder lang in Erfüllung gegangen sind. Allerdings konnte H.H. Stadtpfarrer Meier sie nicht mehr alle selbst bewerkstelligen, sondern mußte einige Aufgaben seinem Nachfolger überlassen.
Zur Unterstützung des H.H. Stadtpfarrer Maier konnte nach Aushilfe durch freiresignierte Geistliche und Patres des Franziskanerklosters ab 15.10.1967 mit H.H. Michael Gutmann erstmals ein Kooperator in der Pfarrei begrüßt werden. Interessant sind aus dem seelsorgerischen Bereich die damaligen Anfangszeiten der Hl. Messen und zwar werktags um 6,45 und 8.00 Uhr und am Freitag um 16,00 Uhr Kindermesse (im Sommer 17,00 Uhr), sonntags um 7 Uhr, 9 Uhr und 19 Uhr. Anläßlich einer Erhebung zählte man Ende 1967 rund 1400 Kirchenbesucher.

Im Jahr 1968 konnten dann endlich die Pläne für eine größere Orgel wieder vorangetrieben werden. Die Kirchenverwaltung stellte sich dabei selbst den Rahmen von 60.000 DM, der nur durch Spenden gedeckt werden sollte, die schon in Höhe von 35.000 DM vorhanden waren. Der damalige Chorregent, Herr Herold, protestierte gegen diese Minimallösung aber energisch. Er bezeichnete eine zu kleine Orgel für den Kirchenraum der St. Pius-Kirche als ungeeignet und wurde darin auch von unabhängigen Experten unterstützt. Als Mindestgröße wurde dabei eine Orgel mit 30 Registern angesehen, die allerdings 100.000 DM kosten würde. Diese Ausführungen führten dann zu neuen Überlegungen in der Kirchenverwaltung, die sich ihre Entscheidung wahrlich nicht leicht machte, wie zahlreiche Protokolle der Sitzungen des Jahres 1968 wiedergeben. Trotz der Zustimmung der bischöfl. Finanzkammer zu einer Darlehensaufnahme konnte man sich auch 1968 noch nicht entschließen, für eine Orgel weitere Schulden zu machen. Erst in der ersten Sitzung des Jahres 1969 erging dann durch die Kirchenverwaltung der Beschluß, eine ausbaufähige Orgel anzuschaffen. Im Endausbau sollte diese Orgel dann 30 klingende Register und 2221 Pfeifen umfassen, aufgeteilt in drei Manuale. Die erste Ausbaustufe sollte das 1. Manual (Hauptwerk) mit 7 klingenden Registern, das 2. Manual (Schwellwerk) mit 10 klingenden Registern und einem Tremolo und ein Pedalwerk mit 7 klingenden Registern umfassen. Die restlichen 6 Register sind verteilt auf das 3. Manual, dieses und zwei Pedalregister sollten erst in einer späteren Ausbaustufe angeschafft werden. Die 1. Ausbaustufe durfte 80.000 DM Kosten nicht übersteigen. Bestellt wurde diese Orgel bei der Fa. Eisenbart, Passau.

Das Jahr 1968 brachte aber noch andere weitreichende Ereignisse, so ist von der 1. Wahl eines Pfarrgemeinderates am 12.5.1968 zu berichten.

Für die damals 3600 Katholiken der Pfarrei St. Pius waren zehn Räte zu wählen und fünf wurden dazu berufen. Gewählt wurden damals folgende Personen: Frl. Hönig, Frl. Leider, die Herren Baumgartner, Dr. Bühl, Dr. Fanderl, Kroiss, Nadler, Schächinger, Schebelle, Selwitschka und Stieß. Zum Vorsitzenden wurde Herr Dr. Fanderl gewählt.

Zur Realisierung des geplanten Kindergartens wurde vom neuen Pfarrgemeinderat auch gleich am 30.6.1969 einen Kindergartenbauverein gegründet. Den Bau, so hoffte man, würde die Caritas vornehmen, ebenfalls den Betrieb, um nicht den H.H. Stadtpfarrer Maier auch noch mit diesen vielfältigen Aufgaben zu belasten. Um so größer war die Enttäuschung, als von dieser Seite eine Absage erteilt wurde. Die Bemühungen um den Kindergarten zogen sich auch noch über das ganze Jahr 1969 hin. Erst Ende des Jahres zeichnete sich die dann endgültige Lösung ab: die Stadt errichtet den Kindergarten und zwar mit einem Zuschuß der Diözese; der Betrieb erfolgt dann durch die Kirchenstiftung St. Pius.
Eine gemeinsame Sitzung von Kirchenverwaltung, Pfarrgemeinderat und OB Deimer als Vertreter der Stadt, leitete im Jahr 1970 die Realisierung des Kindergartenbaues ein.
Aus dem Seelsorgebereich sind die Erstellung eines Begrüßungsbriefes für Neuzugezogene, der - natürlich aktualisiert - heute noch von fleißigen Helferinnen verteilt wird, und die Einführung einer Vorabendmesse am Samstagabend zu nennen. Für Kaplan Michael Gutmann konnte man zum 1.9.1970 Kaplan Norbert Ballon in der Pfarrei begrüßen.
Im Pfarrbüro war im Jahr 1970 an zwei Tagen eine Solanus-Schwester tätig, Organist war damals schon Herr Alexander Stimmelmayr.

Die bereits angesprochene Orgel wurde im Herbst 1970 in der Kirche aufgestellt und am 15.11.1970 mit der Theresienmesse von Haydn und einem Konzert eingeweiht. In den folgenden Weihnachtsfeiertagen diente dieses Instrument, wie auch heute noch, zur feierlichen Gestaltung der Gottesdienste. Dies ist ganz im Sinne des Kirchenpatrons, des hl. Papstes Pius X., der ein großer Anhänger und Förderer der Kirchenmusik war.

Insgesamt betrugen die Kosten für die erste Ausbaustufe der Orgel 90.000 DM. Mehr als dieser Betrag gingen als Spenden ein. Durch diesen Überschuß und eine angekündigte Erbschaft wurde bereits der Grundstock für den Endausbau gelegt.

Auch die 2. Wahlperiode der Kirchenverwaltung neigte sich dem Ende zu. Bei den Neuwahlen wurden folgende Herren in die Kirchenverwaltung gewählt: Josef Kroiß, Georg Schächinger, Josef Nadler, Albin Schneider, Kaspar Goderbauer, Willi Lutter und Adolf Hänsele, letzterer wurde wieder zum Kirchenpfleger gewählt. Da man sparsam wirtschaften mußte, wurde z.B. 1971 die Anschaffung eines Liedanzeigeprojektors zurückgestellt. Zum Ausgleich des Haushalts waren nämlich immer größere Zuschüsse der bischöflichen Finanzkammer erforderlich, und das Darlehen vom Kirchenbau her betrug noch 86.000 DM.

Aus dem Seelsorgebereich ist erstmals von Kommunionhelfern und der Abhaltung von Bußandachten zu berichten

Die erste Wahlperiode des PGR neigte sich auch schon dem Ende zu, für die Neuwahlen waren Vorbereitungen nötig.

H.H. Kaplan Norbert Ballon verließ die Pfarrei zum 1.9.1971 und kam nach Schönwald b. Selb. Dieser junge tüchtige Priester ist leider bereits am 15.4.1979 verstorben.
Sein Nachfolger als Kaplan in St. Pius wurde H.H. Josef Frey. Im Pfarrbüro war damals Schwester Edeltrudis tätig.
Die Heizung der Kirche wurde 1971 erweitert. Es ist davon die Rede, dass nach der Erweiterung insgesamt zehn Bankreihen beheizt werden könnten.

Zum Ende des Jahres 1971 wurde nun Ernst mit dem Kindergarten, dessen Errichtung die Stadt übernommen hatte. Die Kirchenverwaltung mußte das Personal einstellen und für die Ausstattung planen, Anmeldungen konnten zum Juni 1972 erfolgen. Als 1. Leiterin des Kindergartens wurde Frau Heim angestellt, als weitere Kindergärtnerinnen Frl. Holböck, Frl. Etschmann, Frl. Yblagger und als Helferin Frl. Zimmermann. Begonnen wurde der Betrieb dann tatsächlich am 1.6.1972 mit zwei Gruppen und am 1.9.1972 im Vollbetrieb.
Im Jahr 1972 feierte die Pfarrgemeinde mit ihrem Stadtpfarrer dessen 25-jähriges Priesterjubiläum.

Nachdem der Kindergarten nun endlich in Betrieb war, konnte das nächste Projekt, das Pfarrheim, weiter vorangetrieben werden. Das Grundstück gegenüber der Kirche wurde zu einem Quadratmeter-Preis von 100 DM erworben. Allerdings waren die Baukosten keineswegs gesichert. Der Kaufpreis an die Stadt mußte in vielen Raten bezahlt werden, und die Pfarrgemeinde hatte alle Beträge durch Spenden aufzubringen. Um Mieteinnahmen zu erzielen, dachte man damals an den Einbau einer Apotheke.

Im Winter 1972/73 schützte man sich zum ersten Mal gegen die Kälte in der Kirche durch die Anbringung von schweren Vorhängen vor den Türen, die auch heute noch in der kalten Jahreszeit ihren Dienst tun.

Durch Spenden und eine Erbschaft war der Endausbau der Orgel inzwischen finanziell abgesichert und wurde in Auftrag gegeben. Im Oktober 1973 konnte man das voll ausgebaute Instrument einweihen.

Im Jahr 1974 bekam der Kindergarten einen Gymnastikraum, den man durch den Ausbau der nicht benötigten Küche gewann.

In diesem Jahr fand auch die erste Umgestaltung des Altarraumes statt. Bedingt durch die Liturgiereform wurde der Tabernakel, der sich hinter dem Altar in der Wand befunden hatte, herausgenommen und auf einen bronzenen Unterbau im Altarraum, vom Volk aus links, aufgestellt. Desgleichen wurden die Sedilien und der Ambo umgestaltet. Den ganzen Altarraum vergrößerte man, indem man die Stufen, die damals über die ganze Breite reichten, überbaute und nur in der Mitte den Aufgang beließ. Die Gesamtkosten beliefen sich damals auf etwa 14.000 DM und wurden ganz aus Spenden finanziert.

In der Person des Kaplans trat wieder ein Wechsel ein, H.H. Frey verließ die Pfarrei, und ab 1.9.1974 wurde H.H. Peter Roth sein Nachfolger. Als Leiterin des Kindergartens löste Frl. Christl Holböck Frau Heim ab. Die oftmals kritisierte Lautsprecheranlage der Kirche wurde 1974 erneuert und für 3500 DM eine neue Anlage installiert.

Zu Beginn des Jahres 1975 konnte erfreulicherweise festgestellt werden, dass die Schulden aus dem Kirchenbau nun vollständig getilgt waren. Andererseits wusste aber die Kirchenverwaltung nicht, wie sie einen Pfarrheimbau mit geschätzten Kosten von 800 - 900.000 DM finanzieren sollte. Auch Grund zum Feiern bestand in diesem Jahr, da der H.H. Stadtpfarrer Maier zum Dekan des Dekanats Altheim-Landshut ernannt worden war. Am 12.11.1975 wurde der Zweigverein St. Pius des Kath. Frauenbundes gegründet. (s. eigener Artikel)

Die Planungen für das Pfarrheim mussten weiter reduziert werden und wurden in der von Architekt Nadler vorgelegten Form dann auch durch den Bau- und Kunstausschuß der Diözese im Jahr 1976 gebilligt. Zur Finanzierung wurde ein Darlehen über 300.000 DM aufgenommen, das über Spenden zurückbezahlt werden mußte. Die weiteren Kosten sollten durch Zuschüsse, z.B. für die Jugendräume, die Altenclubräume und von der bischöfl. Finanzkammer gedeckt werden.

Im Jahr 1976 trat dann auch ein Wechsel im Amt des Stadtpfarrers der Pfarrei St. Pius ein. H.H. Ludwig Maier mußte aufgrund seines angegriffenen Gesundheitszustandes seine priesterliche Tätigkeit in St. Pius beenden. Dieser Entschluß fiel dem beliebten Seelsorger, der sich um den Aufbau der Pfarrei St. Pius große Verdienste erwarb, bestimmt nicht leicht. Mit Wirkung vom 1. September 1976 ernannte der Diözesanbischof Rudolf Graber den bisherigen Kaplan von Marktredwitz H.H. Georg Forster zum zweiten Stadtpfarrer von St. Pius. Die Landshuter Zeitung vom 30.9.1976 berichtete unter der Überschrift "Festliche Tage in St. Pius" u.a. darüber: "Mit einem festlichen Gottesdienst, den Pfarrer Georg Forster, assistiert von Msgr. Altmannshofer und Kaplan Roth, zelebrierte, empfing die Pfarrgemeinde ihren neuen Seelsorger. PGR-Vorsitzender Heinz Burgey äußerte in einem Grußwort die Freude darüber, dass die aufstrebende junge Pfarrei so bald wieder einen jungen, tatkräftigen Pfarrer bekommen hat. Viele Aufgaben sind zu bewältigen, die schwerste davon ist der Neubau des Pfarrzentrums. Herr Burgey versprach die volle Unterstützung durch die Kirchenverwaltung und des Pfarrgemeinderats bei der Bewältigung der anstehenden Probleme. Pfarrer Georg Forster dankte für den Empfang. Er freue sich, in einer Pfarrei tätig sein zu dürfen, die dem Hl. Papst Pius X. geweiht ist. Er selbst sei nur das Werkzeug, Pfarrer der Gemeinde in Wirklichkeit ist Christus. Es ist die große Aufgabe des Priesters, die ihm anvertraute Gemeinde auf den richtigen Weg zu Gott, damit zum Ewigen Leben zu führen. Georg Forster bat um das Vertrauen der Gemeinde und um das Fürbittgebet.
Das Pfarrpatrozinium wurde zu einer Abschiedfeier von dem bisherigen Pfarrer Ludwig Maier. In Konzelebration mit Dekan Zens, Stiftspropst Fischer, Geistl. Rat Bücherl, Pfarrer Georg Forster und Kaplan Roth, feierte er ein letztes Mal offiziell mit seiner Gemeinde Eucharistie. Der Kirchenchor umrahmte mit einer Orchestermesse die feierliche Handlung.
Kirchenpfleger Adolf Hänsele sagte in seiner Laudatio, Stadtpfarrer Ludwig Maier ist ein väterlicher Seelsorger gewesen. Getreu der Mahnung des Hl. Paulus an seinen Schüler Thimotheus, in allem besonnen zu sein, das Werk eines Boten des Evangeliums zu erfüllen und sich ganz dem hl. Dienst zu widmen, habe Pfarrer Ludwig Maier vierzehn Jahre lang in der Pfarrei St. Pius erfolgreich gewirkt. Der Abschied falle der Gemeinde nicht leicht.
Pfarrer Ludwig Maier erwiderte, dass er gerne in St. Pius gearbeitet habe. Gefreut habe ihn die gezeigte Opferbereitschaft und willige Mitarbeit der Pfarrgemeinde. Die Seelsorgetätigkeit hat Ludwig Maier nicht aufgegeben. Er hat nur aus gesundheitlichen Gründen die große Pfarrei St. Pius mit der kleinen Pfarrei in Oberaichbach getauscht. Pfarrer Georg Forster dankte seinem Vorgänger für die geleistete Aufbauarbeit und versprach, in seinem Sinn weiterzuwirken. Eine besondere Festlichkeit wurde die von Dekan Zens vorgenommene Amtseinführung von Georg Forster. Pfarrgemeinderat und Kirchenverwaltung begrüßte den neuen Pfarrer. Zusammen mit 27 Priestern feierte Georg Forster eindrucksvoll die hl. Eucharistie. Ein imposantes Bild. Ergriffenheit und ehrfürchtiges Staunen bemächtigte sich der Gläubigen. Besonders hervorzuheben ist, dass auch Dekan Borger mit den Mitgliedern Thiemann und Wolff vom evangelischen Kirchenrat zur Amtseinführung gekommen waren. Dekan Borger zeigte sich über die herzliche Einladung und über den geäußerten Wunsch des neuen Pfarrers zur guten Zusammenarbeit beider christlichen Kirchen erfreut."

Dem neuen Pfarrer oblag es nun, mit der Kirchenverwaltung, deren Neuwahlen anstanden, und dem Pfarrgemeinderat unter seinem Vorsitzenden, Herrn Heinz Burgey, den in der Planung und in den Grundmauern fertigen Pfarrheimbau durchzuführen.

Zur Finanzierung des Pfarrheimes wurden viele Aktionen gestartet. Ein Spendenaufruf brachte damals innerhalb von vier Wochen die stattliche Summe von 20.000 DM ein, und den meisten von uns wird noch das "Spendenthermometer" in Erinnerung sein, das damals in der Kirche, neben dem Ausgang angebracht war und den aktuellen Stand der Spenden anzeigte. Durch die Spendenfreudigkeit der Pfarrangehörigen war es auch möglich, dass bis 1981 tatsächlich alle Schulden aus dem Bau des Pfarrheims getilgt werden konnten.

Im Juni 1976 wurde die Pfadfinderschaft St. Pius gegründet. (näheres s. eigener Artikel)

Durch Neuwahlen wurden im Jahr 1977 in die Kirchenverwaltung gewählt: Kaspar Goderbauer (+17.3.1983), Albert Zech (+6.8.1981), Albin Schneider, Georg Schächinger, Josef Nadler, Adolf Hänsele, Dr. Herbert Fanderl und Frau Klara-Maria Mursch.
Herr Hänsele wurde nochmals zum Kirchenpfleger gewählt, obwohl er sich damals schon auf sein Amt als ständiger Diakon vorbereite. 1977 wurde als neues Gebet- und Gesangbuch das "Gotteslob" eingeführt.

Am 21.9.1977 fand die 1. Sitzung der Kirchenverwaltung im neuen Pfarrheim statt.

Der 27.10.1977 war für die Pfarrei St. Pius ein Freudentag. Unter reger Anteilnahme der Pfarrgemeinde wurde Herr Adolf Hänsele, seit Gründung der Pfarrei als Kirchenpfleger mit der Pfarrei aufs engste verbunden, von Bischof Dr. Rudolf Graber in der St. Emmerams-Kirche in Regensburg zum ständigen Diakon geweiht. Von den Feierlichkeiten berichtete damals auch die Landshuter Zeitung und dort hieß es u.a.: " Am Abend des Weihetages wurde der neue Diakon in seiner Pfarrgemeinde mit enem Gottesdienst würdig begrüßt. In schlichten Worten bedankte sich Herr Hänsele für den Empfang und für die Unterstützung, die ihm in der Vorbereitung auf dieses ehrenvolle Amt der Kirche zuteil wurden. Besonderer Dank gebühre Pfarrer Maier und Pfarrer Forster. Vor allem aber dankte er den Frauen für ihre Fürbitten beim täglichen Rosenkranzgebet. Er bat weiterhin um das Gebet der Gläubigen, damit er seine Aufgabe im Sinne Gottes vollbringen könne. - Am Sonntag folgte die offizielle Einführung des neuen Diakons in der Pfarrgemeinde St. Pius mit einer festlichen Eucharistiefeier. Pfarrer Forster drückte in seiner Festpredigt die Freude darüber aus, dass die Pfarrei nun einen Ständigen Diakon hat und erläuterte anschließend dessen Aufgaben, Rechte und Pflichten".

H.H. Kaplan Roth wurde verabschiedet. Dieser bekam keinen Nachfolger mehr, es kam vielmehr Pfarramtskandidat Zeindlmeier zur Ausbildung in die Pfarrei St. Pius.

Zur Einweihung des Pfarrheims am 16.10.1977 gestaltete man damals eine Festwoche vom 16. - 23.10.1977 durch den Pfarrgemeinderat.
Wie vielfältig das Pfarrheim von der Pfarrei genutzt wird, kann in dieser Chronik gar nicht aufgeführt werden. Es wäre wohl eine eigene Abhandlung notwendig, um aufzuzählen, wie viele Vorträge, Altenclubveranstaltungen und Sitzungen vom Frauenbund, Pfarrgemeinderat, Kirchenverwaltung, Christlichem Bildungswerk, und vielen anderen kirchlichen Gruppierungen in den vergangenen zehn Jahren seit Bestehen des Pfarrheims dort stattgefunden haben. Selbst als Gottesdienstraum konnte der Pfarrsaal schon dienen. Aber auch zu fröhlicher Ausgelassenheit z.B. bei Faschingsabenden, Kinderfasching, Mai- und Kathreintanz, Nikolausbesuchen und Pfarrfamilienabenden stand das Pfarrheim zur Verfügung. Als Ausweichquartier für verregnete oder als Schattenspender an heißen Pfarrfesten war es ebenfalls unersetzlich. H.H. Stadtpfarrer Maier hatte in weiser Voraussicht nicht locker gelassen, dass die Pfarrgemeinde diesen, neben der Kirche zweiten Kristallisationspunkt, bekommt.
Diesen positiven Seiten standen natürlich auch Schwierigkeiten in Form von Schulden, Ärger und weiterer Arbeit gegenüber. Die Räume mussten entsprechend eingerichtet werden, z.B. die Küche, aber auch die Außenanlagen mussten erst erstellt werden, wobei durch den Einsatz der Pfarrgemeinderäte und sonstiger freiwilliger Helfer wiederum viel eingespart werden konnte.

In einem Punkt sind die Außenanlagen heute noch nicht fertiggestellt. Das Rondell vor dem Pfarrheim ist eigentlich als Brunnen gedacht mit einer Muttergottesstatue, also sollte ein Marien-Brunnen entstehen. Wie so oft scheiterte auch dieser schöne Plan aber an den Finanzen, und so dient das Rondell eben manchmal als Sitzplatz für eine gemütliche Runde.

Aus dem Personalbereich ist zu berichten, dass ab 1.11.1978 Herr Englmeier als Praktikant in der Pfarrei tätig war. Chorregent war damals Herr Richard Herold. Im Büro war Frl. Waschinger angestellt und als Hilfsmesner Herr Kurt Stirner tätig (+ 3. Mai 1986), der immer mehr Herrn Selwitschka vertreten mußte, da dieser seine Ausbildung zum Diakon begonnen hatte.
Langfristig plante man aber schon die Anstellung eines hauptamtlichen Mesners, der zugleich Hausmeister sein sollte, da das Pfarrheim unbedingt einer geregelten Betreuung bedurfte. Endgültig ergab sich dann die Anstellung von Herrn Josef Klein zum 1.10.1983, der als Bürokraft, Mesner und Hausmeister nun alle Arbeiten übernommen hat. Zwischenzeitlich war auch Frau Ingeborg Pongratz im Büro angestellt. Vom 1.1.1982 an war Frl. Evi Lutter als Leiterin des Kindergartens St. Pius tätig.

Am 25.2.1982 fand in der Pfarrkirche St. Pius ein festliches Ereignis statt: Bischof Dr. Rudolf Graber weihte neun Priesteramtskandidaten im Rahmen eines Pontifikalgottesdienstes zu Diakonen. Mit dabei war auch Herr Josef Thalhammer, der seine Praktikantenzeit ein Jahr zuvor in der Pfarrei St. Pius verbracht hatte. H.H. Pfarrer Forster konnte zu Beginn des Gottesdienstes H.H. Bischof Rudolf Graber, den Regens Franz Hirsch und Subregens Robert Hüttner vom Priesterseminar, die Weihekandidaten, deren Eltern und Angehörige, die Priester und Diakone aus dem Dekanat und der Diözese herzlich begrüßen.
Die Landshuter Zeitung berichtete am 1.3.1982 davon u.a.:
"Er gab seiner Freude darüber Ausdruck, dass St. Pius für die Diakonweihe auserwählt worden sei und wies darauf hin, dass die Weihe für die Kandidaten die engere Nachfolge, die tiefere Gemeinschaft mit Christus, dem eigentlichen Diakon sei. Alle, so wandte sich Pfarrer Forster an die Gläubigen, seien aufgerufen, sich in diesen Dienst Christi aufnehmen zu lassen."

Seit 1. April 1982 ist Herr Alexander Stimmelmayr als Chorregent des Kirchenchores St. Pius tätig.
Bei den Neuwahlen am 6./7.11.1982 wurden folgende Personen zu Kirchenverwaltungsmitgliedern gewählt: die Herren Georg Pongratz, Dr. Herbert Fanderl, Albin Schneider, Johannes Zwicknagel und Frau Therese Beyer und Frau Klara-Maria Mursch.
Am 5.12.1982 wurde der bisherige Mesner und engagierte Pfarrgemeinderat Helmut Selwitschka zum ständigen Diakon geweiht und ist nun als solcher hauptamtlich im Pfarrverband Gündlkofen tätig.

Die von Frl. Evi Lutter 1974 gegründete Orff-Sing- und-Spielgruppe wurde 1983 von Frau Besl übernommen und weitergeführt. Als weitere personelle Veränderung ist zu berichten, dass die Pfarrei seit 1. Sept. 1983 einen Gemeindereferenten beschäftigt, nämlich Herrn Werner Ehlen, der neben Religionsunterricht und Mitarbeit im Pfarrbüro mit vielfältigen Aktivitäten tätig ist, so in der Erwachsenenbildung, mit Bibel- und Gesprächskreisen, Gemeindeseminaren, Besuchen im Krankenhaus, Firmvorbereitung u.v.m.

Aus dem seelsorgerischen Bereich sollen hier die langjährigen guten Beziehungen zu der evangelischen Christusgemeinde genannt werden, die in ökumenischen Gottesdiensten und gemeinsamen Bildungsveranstaltungen zum Ausdruck kommen. Im Winterhalbjahr 1986/87 fand dann an jedem ersten Sonntag im Monat eine ökumenische Vesper statt, abwechselnd in beiden Kirchen.

Seit 1984 gab es Bestrebungen den Altarraum umzugestalten und wieder eine einheitliche Lösung herstellen zu lassen durch den ursprünglich tätigen Künstler, Herrn Reidel. Zu Beginn des Jahres 1988 wurde dies auch teilweise realisiert. So erhielt die Kirche einen neuen Ambo aus Travertin, geschmückt mit einer Bronzescheibe und einen Rosenquarz. Der Tabernakel steht jetzt ebenfalls auf einer Säule aus Travertin, eingerahmt von zwei Leuchtern und bekrönt durch das ewige Licht.

Bzgl. der Außenanlagen hat sich in den letzten Jahren einiges getan, wo wurde ein Schaukasten vor der Kirche angebracht und deren Vorplatz durch Pfosten von der Straße abgetrennt. Durch Pflanzung von Bäumen entlang der Kirche und Bäumen und Sträuchern um das Pfarrheim wurde viel für mehr Grün um die kirchlichen Gebäude getan.

Den Abschluß dieser Chronik soll die neueste Nachricht aus dem Rathaus bilden. Dort wurde nämlich beschlossen, den Fußweg hinter der Kirche St. Pius-Weg zu benennen. Damit besitzt die Pfarrei nun die St. Pius-Kirche, den St. Pius-Kindergarten, den St. Pius-Platz mit Pfarrkirche, Pfarrhaus und Pfarrheim und nun als Abrundung noch diesen beschaulichen Fußweg entlang des Hammerbaches.

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